Julia's privates Blog
Julia Derndinger bloggt hier

Was mir wirklich wichtig ist?

Apr 15

Habe ich in einem schönen Interview für den Hypovereinsbank Frauenbeirat zusammen gefasst:

Wie war das eigentlich damals mit der Gründung von J-Straps?

Sep 06

Eine schöne Zusammenfassung Holger Weißners und meiner Gründung von Trendwerk77 – gab es damals im Mülheimer Unternehmermagazin: Mülheim & Business

Gerade beim aufräumen gefunden:

 

Mülheim und Business Bild neu

Nein, nein und noch mals nein

Feb 23

Warum fällt uns das Nein sagen manchmal so schwer?

Wollen wir von allen geliebt werden? Ich finde ein ehrliches nein, besser als auf eine Anfrage nicht zu antworten. Manche Menschen denken sich gar nichts dabei – und vergessen, dass es evtl. Teil unseres Jobs ist, ihre Frage zu beantworten.

Großartige Inspiration – wie man professionell Nein sagt – liefert Marie Forleo in der folgenden Episode MarieTV:

10 Jahre Technologie und Gründerzentrum Oldenburg

Sep 20

Am 18. September 2013 feierte das Technologie und Gründerzentrum Oldenburg seinen 10 Geburtstag. Das TGO ist eines der erfolgreichsten Technologie und Gründerzentren in Europa. Schon lange bevor Inkubatoren und Accelerator Programm im Trend lagen, hat sich die Stadt Oldenburg um ein zu Hause für Technologie Ausgründungen aus der Uni Oldenburg gekümmert.  Ich habe mich sehr gefreut, dass ich die Ehre hatte die Keynote beim Festakt zu sprechen.  Ich habe versucht einige Eindrücke aus der Berliner Gründerszene zu vermitteln, was gar nicht so einfach ist, über etwas zu sprechen was für einen täglich selbstverständlich ist.  Für alle die es interessiert hier meine Gedanken zur Berliner Gründerszene bzw. mein Redeskript sinngemäß:

***

Meine sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dass ich heute hier einige Worte an die Gäste richten darf. Ich wurde gebeten ein wenig über die Gründerszene in Berlin zu berichten. Ich fühle mich natürlich geschmeichelt, dieses tun zu dürfen.

Ich würde gerne über 3 Dinge sprechen.

  1. Warum Berlin die Hauptstadt der Startups ist
  2. Warum wir gerade eine neue Gründerzeit erleben
  3. Was wir tun können um mehr Unternehmer in Deutschland zu bekommen

Ich bin Unternehmerin und Gründerin, habe mein erstes Unternehmen 2004 in Mülheim an der Ruhr gegründet und lebe heute in Berlin. Neben einer eigenen Gründung im Softwarebereich definieren begleite ich Gründer und Unternehmer bei ihren täglichen Herausforderungen. Ich habe in den letzten Jahren über 150 Gründer begleitet und dabei geholfen, dass sie ihr Geschäftsmodell weiter entwickelt haben und ihre Mitarbeiter besser geführt haben. Überwiegend im digitalen Umfeld, aber nicht nur. Bevor ich zu meinen Thesen komme, möchte ich gerne betonen wie gerne ich diese Einladung angenommen habe. Ich finde die Arbeit des  Technologie- und Gründerzentrums Oldenburgs sehr wichtig und bin sehr beeindruckt von dem was hier aufgebaut wurde. Noch wichtiger ist mir, diese Veranstaltung heute einmal zu nutzen um nicht nur dem tgo und seinen Gründern und Gesellschaftern zu gratulieren, sondern ich möchte allen anwesenden Gründern und Unternehmern gratulieren. Als ich meine erste Firma gegründet habe, die Handyanhänger hergestellt und vertrieben habe, haben wir über 4 Jahre vergessen, unsere Erfolge zu feiern.  Zuerst bekamen wir eine Finanzierungszusage der Sparkasse Mülheim (immerhn über ¼ Million), dann war die GmbH gegründet, der erste Mitarbeiter da, die erste Lizenz war gekauft und der erste Kunde hatte unterschrieben. Hinweis Wöltje.  Dann wollten wir die erste Lieferung abwarten, die erste Zahlung, und und und, so habe mein Geschäftspartner, den ich übrigens bei meinem ersten Praktikum bei Ulla Popken ganz hier in der Nähe kennen gelernt habe, 4 Jahre lang geschafft nicht einmal inne zu halten und uns zu freuen, was wir bereits erreicht hatten. Und ich glaube das ist symtomatisch für Gründer.

Aus diesem Grund würde ich gerne diese Feierlichkeiten  nutzen um neben dem eigentlichen Geburtstagskind auch allen anwesenden Gründern und Unternehmern zu gratulieren. Das was ihr jeden Tag leistet und aufbaut ist großartig und ihr habt die Chance einen Unterschied zu machen. Ich glaube fest daran, dass unser Land viel den Mittelständischen Unternehmern und Gründer zu verdanken hat. Die sichum die Ausbildung von Mitarbeitern kümmern, die neue Produkte erfinden und ihren finanziellen Erfolg, wieder Investieren, wodurch sie nicht nur die Wirtschaft ankurbeln, sondern auch wichtige soziale Projekte unterstütze. Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, möchte ich auch gerne noch meine Definition von Entrepreneur gleich  mitliefern. Für mich ist ein Entrepreneur Jemand der etwas  an einer Idee arbeitet (also eine vision hat)(also ein Macher- und Umsetzer) und der oder die bei allem was er oder sie tut, darauf achtet, dass der Erlös größer ist als die Kosten. Ob dieser Gewinn dann in seine Tasche oder die eines anderen oder es gar in ein Social Business geht ist dabei nicht entscheidend.

In Berlin wurden in 2012 44.228 Unternehmen gegründet, das sind ca. 10 % aller deutschen Gründungen alleine in der Hauptstadt.  In diesen Zahlen sind natürlich auch Einpersonen Gründungen und Finanzgesellschaften enthalten. Doch auch wenn man die Entstehung von jungen Startup anguckt, ist Berlin eindeutig vorne. Als Gründerstadt.  Meiner Meinung nach liegt das folgenden Punkten:

  • Hoher Lifestyle Faktor von Berlin, junge Menschen kommen gerne nach Berlin
  • Günstige Mieten für Wohnraum- und Büro, Top Standards der Wohnungen, in welcher anderen Hauptstadt, kann es sich ein Gründer leisten mitten in der Innenstadt zu leben und wir haben sogar zwei Stadtzentren
  • Viele Universitäten, versorgen Startups mit hervorragend ausgebildeten Absolventen
  • Leichterer Zugang zu Kapital a) großen VC sind vor Ort b) Leute die schon mal einen Exit gemacht haben, sind gewillt Exit Erlöse zu reinvestieren c) 52 % aller VC Gelder in Berlin kommt aus dem Ausland (der Faktor ist 3 Mal höher als bei anderen deutschen Startups)
  • Gute Förderprogramme
  • Netzwerkeffekt, Erfahrungsaustausch – Nachwuchsprogramm 4 Mal zu viele Teilnehmer wie in den anderen Städten Hinweis, vielleicht können wir das auch bald mal in Oldenburg starten
  • Wettbewerb heizt an besser zu werden

Wissen Sie was die Eisenbahn, der VW Käfer und das Internet gemeinsam haben?

Alle 3 sind Produkte einer Gründerzeit.  Vielleicht sind sie aber auch die Enabler, die Dinge, die eine Gründerzeit möglich gemacht haben. Wikipedia beschreibt mit Gründerzeit einen Zeitraum der etwas in der zweiten Hälfte des 19 JH liegt. Zu dieser Zeit entstanden viele Ideen, bei Firmen wie Langenscheidt, Daimler und Siemens. Die Bedeutung von Kohle und Stahl nahm zu, Eisenbahnen wurden gebaut. Durch die Eisenbahn war eine ganz neue Mobilität möglich.  Merken Sie sich das bitte: Eisenbahn = Transportwesen = Distribution

Der VW Käfer ist ein Produkt des Wirtschafswunders, einer 2. Gründerzeit, die den Wiederbau von Deutschland zum Inhalt hatte. Ein Volksauto, für das Volk, auch hier ermöglicht eine Innovation (und in diesem Fall nicht die Erfindung des Autos) sondern der Zugang für ein eine breite Bevölkerung zum Auto , eine neue Mobilität, Reisen wurde Individualverkehr. Meiner Meinung nach, und mit dieser Meinung bin ich nicht alleine, befinden wir uns gerade in einer dritten Gründerzeit. Einer digitalen Gründerzeit. Das Internet hat uns neue Produkte nämlich digitale Produkte gebracht, bei denen nicht nur die  Bestellung sondern auch die Lieferung erfolgt. Bücher, Musik und Film können auf einfachste Weise bestellt und konsumiert werden.   Kommunikation ist über all möglich und Mobilität somit gar nicht mehr notwendig. Durch Internetelefonie, Videokonferenzen (sogenannten Hangouts) ist es nicht mehr notwendig, mit der Eisenbahn, dem Auto oder dem Flugzeug vor Ort zu reisen, ich rufe meinen Geschäftspartner einfach an oder Veranstalte eine Videokonferenz.  Die Gleichung lautet hier: Internet = digitale Kommunikation = Distribution. Neue Geschäftsmodelle entstehen, neue Produkte und Dienstleistungen werden geschaffen. Diese fordern den etablierten Mittelstand und Großkonzerne heraus. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen:  Während ich bei Otto jede Rücksendung teuer bezahlen muss, ist das bei Zalando kostenlos. Während ich mich bei Karstadt mit der Verkäuferin streiten muss ob sie das eingelaufene T-shirt zurück nimmt, kann ich beim Onlineretailer Lands-End alles Lebenslang zurück geben.

  • Neue Geschäftsmodelle entstehen: gerade hat in Berlin ein Laden für Frozen Jogurt, innerhalb von 7 Tagen 500.000 € mit einer Crowdsourcing Kampagne eingesammelt.
  • Über Seiten wie AirBnB und 9flats können Sie ihre Wohnung vermieten, wenn sie die selber nicht brauchen
  • Sie können sich fast alles über das Internet von Fremden leihen
  • Seit dem alle ein smart phone haben, kann ich mit meinem Telefon und einer App jederzeit einen Leihwagen von Sixt und BMW nehmen und ihn an der nächsten Ecke wieder abstellen
  • Sie können für fast alle Produkte des täglichen Bedarfs Abos abschließen, also nicht nur für Zeitungen, Damenhygeneartikel oder Socken, sondern auch für Spielzeug oder Einwegrasierer
  • Männer können sogar schon auf eine Onlineeinkaufsberaterin zurück greifen, die ihm das passende Outfit zusammen stellt, es wird geliefert und was nicht gefällt wird wieder zurück geschickt

Das die permanente Verfügbarkeit auf allen Kanälen nicht nur Vorteile hat, gebe ich ich jetzt einfach so mal in den Raum. Das sich da was Entwickelt ist glaube ich spürbar, trotzdem glaube ich, könnten wir noch viel mehr Unternehmer gebrauchen. Und könnten uns in diesem Fall die USA mal zum Vorbild nehmen:

Wissen Sie, was  in USA zu Jemanden gesagt wird der seine Firma in die Insolvenz geführt hat: Ich möchte in Dich investieren! Du hast alles gelernt was es zu lernen gibt. In Deutschland wenden sich Freunde, Kollegen, Mitarbeiter und Banken ab, man wird als Unternehmer automatisch der Staatsanwaltschaft gemeldet, die dann prüft, ob man zu irgend einem Zeitpunkt die Steuer zu spät gezahlt hat, Sozialversicherungsbeitrage bevorzugt oder eben nicht bevorzugt (da streiten sich die Gerichte noch) bezahlt hat. Einmal Insolvenz angemeldet ist es schwer in Deutschland wieder akzeptiert zu werden. Häufig ist bei kleineren Unternehmen auch die Privatinsolvenz die nächste Konsequenz. Ich glaube das ist ein Bereich, wo wir alle aufgefordert sind, aktiv Mitzuhelfen, den Gründern, die ihr eigenes Geld investiert haben, auf ein sicheres Einkommen verzichtet haben, Arbeitsplätze geschaffen haben, einmal die Hand zu reichen und sie wieder in die Gemeinschaft zu integrieren.

Überlegen Sie mal, wann Sie das letzte Mal gescheitert sind: Ihr Kind mit einer 5 nach Hause gekommen ist, sie einen Auftrag oder eine Stelle nicht bekommen haben, ihre Beziehung in die Brüche gegangen ist. Wie haben Sie sich gefühlt?  Und wie hätten Sie sich gefühlt, wenn Ihnen einer die Hand gereicht hätte und gesagt hätte, nicht so schlimm, Hauptsache Du machst weiter. In diesem Sinne, möchte ich Sie alle bitten, machen Sie weiter, gründen Sie weiter und helfen Sie mit, das Deutschland an Land der Macher und Unternehmer wird.

Danke Schön!

 

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Im Vorfeld hatte ich noch das Vergnügen den Gründer des TGOs Jürgen Bath für Venture TV zu interviewen:

zum Interview

 

Frühstück mit Yunus

Sep 11

Es gibt Tage da rückt die Nahrungsaufnahme beim Frühstück in den Hintergrund. Es gibt EO Treffen bei denen die Tatsache, dass Unternehmer die zusammen mind. 200 Millionen € erwirtschaften im Raum sitzen zu vernachlässigen sind. Das war der Fall am letzten Samstag im August, wir hatten die Ehre mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und seinem Team zu Frühstücken.

Mit einem bescheidenen Lächeln kam er rein in den Raum einer teuren Anwaltskanzlei am Potsdamer Platz, schüttelte im vorbeigehen die Hände der Berliner Unternehmer. Weniger wie ein Politiker, mehr wie ein „Mann Gottes“ ohne die Schwere einer Kirche. Jeder der ihm die Hand schütteln durfte, fühlte sich einen Moment ein kleines bisschen wichtig und verbunden, fast freundschaftlich.

Gespannt lauschten wir seinen Ausführungen zur Gründung seines Unternehmens, seines Social Unternehmens. Wir lernen, dass der Unterschied zwischen „Charity“ wo einfach nur Geld oder Sachspenden gegeben werden und „Social Businesses“ die nachhaltig Wert stiften. Bei einem Social Business soll durchaus Geld verdient werden, dieses wird dann aber wieder in das Wachstum des Unternehmens investiert.

Jeder hat sicher schon mal von der Grameen Bank gehört, die heute an fast 8 Millionen Kunden sogenannte Mikrokredite vergibt, damit sie sich eine eigene Existenz aufbauen können. Gestartet ist Yunus allerdings noch viel einfacher, nämlich mit der Bürgschaft für Kleinstkredite, die er für Einkommensschwache übernommen hat. Ursprünglich wollten die Banken ihre Kredite nur an Männer geben, Yunus setzte sich jedoch durch, und die Kredite wurden zu gleichen Teilen an Männer und Frauen vergeben. Die Frauen wollten zunächst das Geld gar nicht haben, aber sobald sie einmal die Verantwortung übernommen hatten, konnte festgestellt werden, dass das Geld von Frauen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit zurückgezahlt wurde und gleichzeitig die Wohlfahrt der Familie gesteigert wurde.

Yunus Aufforderung: „Never listen to women“ sorgte aus dem Zusammenhang gerissen für Lacher bei uns Unternehmern – erklärt aber nur, dass die Frauen sich das Verwalten des Geldes zunächst nicht zutrauten – später aber deutlich erfolgreicher waren als die Männer. Was dazu führt, dass die Grameen Bank heute über 90 % weibliche Kreditnehmer hat.

Eine Sache die besonders passend für die Zuhörer waren, war Yunus Ansatz immer wieder nach neuen Problem in neuen „Märkten“ zu suchen und diese dann geschäftsmäßig zu lösen. Da Probleme ja bekanntlich nicht ausgehen, wird es sicher noch viele Geschäftsideen und Unternehmen aus seiner Feder geben und vielleicht sogar unter Mitwirkung einiger EO Unternehmer.

 

Was tut sich eigentlich gerade so in der Berliner Gründerszene?

Aug 22

Das werde ich immer wieder gefragt, zu letzt von einem netten Bankerpärchen aus Singapur. Um Interessierten auch ausserhalb von Berlin einen Überblick über die Gründerszene hier in Berlin zu verschaffen, habe ich mir vorgenommen immer mal wieder Gründer- und Unternehmer zu befragen, was sie eigentlich so machen.

Mein erstes „Übungsobjekt“ ist Guido Sandler der Gründer und Geschäftsführer von Bergfürst.

Dank der Unterstützung von Venture TV und dem Gründer André Vollbracht findet ihr nun, eben dieses Interview jetzt bei VentureTV.

Aber seht selbst:

www.meinespielzeugkiste.de goes Crowdfunding

Jan 01

Wie einige vielleicht schon mitbekommen haben, haben wir in den letzten Monaten die Seite www.meinespielzeugkiste.de ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es das jedes einzelne Spielzeug häufiger genutzt wird und die Kinderzimmer nicht im Spielzeug ersticken.

Die ersten Überlegungen zur Idee hatten wir bereits 2010 – aber es dauerte noch ein bisschen, bis wir den richtigen Gründer nämlich Florian Spathelf gefunden hatten. In der Zwischenzeit kamen auch andere Ideen für die Zielgruppe Kinder auf den Markt.

Neben der sympatischen Wummelkiste gibt es Boxen für Mütter und die Tollabox.

Da wir Anfang Januar eine Crowdfunding Runde planen, habe ich Klaus-Martin Meyer von Crowedstreet ein Interview gegeben.

Hier geht es zum Interview: http://crowdstreet.de/2013/01/01/meine-spielzeugkiste/

Mein Besuch im Frühcafé von Berlin TV

Sep 07

Diese Woche durfte ich imedo im Frühcafé von Berlin TV vorstellen. Die Journalistin Sarah Breuer war wirklich gut vorbereitet und hat die richtigen Fragen gestellt. Erstaunlich wie frisch sie so ist, nachdem sie morgens um 5.30 mit der Sendung anfängt.

Naja, schaut selbst:

Frühcafé- Talk mit Julia Derndinger – TV Berlin Video
Hat man gesundheitliche Fragen, kann man einfach das Internetportal imedo.de vor dem Besuch beim Arzt aufsuchen. Hier können sich Patienten über diverse Krankheiten und Behandlungstipps informieren und untereinander austauschen. Zu Gast im tv.berlin „Frühcafé“ ist die Geschäftsführerin Julia Derndinger.

EO Accelerator Programm geht in die 4. Runde

Nov 07

Am vergangen Samstag startet in Berlin der 4. Jahrgang des deutschen EO Accelerator Programms.

Seit 2008 können Gründer die den ersten Proof of Concept bewiesen haben, im Rahmen des Programms lernen mehr am anstatt im Unternehmen zu arbeiten. Neben vier Quartalsmeetings treffen sich die Gründer in kleinen Arbeitsgruppen um von einander zu lernen. Ähnlich wie bei der Mutterorganisation der Entrepreneuers Organization gilt auch hier, wir lernen von Erfahrungen der anderen und nicht von Ratschlägen.

Für die diesjährige Kick-Off-Veranstaltung hatten wir die Ehre einen der Mitbegründer des Programms Jim Ryerson als Moderator begrüßen zu können. Hatte jeder zuvor mit Hilfe eines umgewandelten DISC Test erfahren können, was für ein Sales Typ er ist, konnte er am Samstag lernen, wie welcher Typ am besten geführt und gefördert wird.

Das spannenste war aber wie immer, der Austausch der Gründer untereinander, der Raum war mit 27 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlande randvoll, mit spannenden Gründern. Von der SEO- und Onlinemarketing Argentur, über die Zahnarztkette und Personalagentur für Startups war alles dabei. Auch dabei, waren zwei der Finalisten des Wiwo Gründerwettbewerbs Patrik Tykesson und Michael Minis.

Da ich das Programm seit Beginn organisiere, habe ich schon einige junge Gründer durch das Programm begleitet. Und jeder Einzelne wäre spannend genug für eine Vorstellung hier, wozu ich hoffentlich bei Gelegenheit noch mal Zeit finde.

 

 

 

Rohkost für 30 Tage?! – Ein Erfahrungsbericht

Okt 11

Im Juli 2011 habe ich es endlich geschafft einen lang gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen. Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren erkannt, wie begrenzt ich bin, sobald meine Gesundheit  mir Probleme macht. Auch wenn es nur Kleinigkeiten waren, wie ein Infekt den ich über Monate nicht los wurde, sobald mein Körper geschwächt war, war auch meine Leistungsfähigkeit geschwächt. Bereits im letzten Jahr, hatte ich durch meinen Geschäftspartner Christian Angele viel über Rohkost gelernt. Gemeinsam haben wir viele Videodokumentationen, BBC Studien und Webseiten studiert und waren überzeugt, dass eine Rohkost Ernährung das Gesündeste ist, was wir für unsere Körper tun können. Insbesondere der dokumentierte Selbstversuch von einer jungen Amerikanerin und die Dokumentation Raw for 30 days in der 6 Diabetiker ihr Insulin absetzten konnten haben mich schwer beeindruckt. Leider war die Umsetzung nicht einfach und unser Wissen wie  man es am besten anfängt begrenzt. Schnell waren wir wieder hungrig oder nicht konsequent genug.

Schon letztes Jahr, hatte ich davon gelesen, dass es von Keimling (dem Markführer im Bereich Rohkostzubhör und rohe Lebensmittel) ein Einsteigerseminar in der Lüneburger Heide gibt. Kurz entschlossen und gewillt unbedingt was für meine Gesundheit zu tun, habe ich mich zu diesem Seminar, welches sich Keimling Vital Wochen nennt, angemeldet.

Wieder mal typisch für mich, ohne vorher viel über die Konsequenzen nachzudenken, habe ich mich also auf eine Woche Rohkost in der Lüneburger Heide eingelassen und mir das Ziel gesetzt mich insgesamt 30 Tag lang komplett roh und vegan zu ernähren.

Zur Einstimmung habe ich schon an den vorherigen Tagen zwei Bücher gelesen, zum einen die Vitalrohvolution von Victoria Boutenko welches mich sehr motiviert hat, und ein neues Buch von Frederic Patenaude „Raw Food Controversies“ welches mir eher Angst gemacht hat, da er viele Jahre, so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Heute denke ich, ich kann das was ich inzwischen weiss nicht mehr vergessen, selbst wenn ich es nicht schaffe mich an das Gelernte zu halten, weiss ich es und es führt leicht dazu ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ich habe mich also den gesamten Juli roh ernährt und würde sagen, dass es mir sehr gut bekommen ist. Im Rahmen der Vital Wochen haben wir erstmal unseren Körper entgiftet, täglich haben wir morgens Heilerde zu uns genommen, und dann folgenden Tagesablauf bestritten:

  • 15 Minuten Morgengymnastik
  • 45 Minuten Nordic Walking
  • Frischmachen und Frühstück, bestehend aus Früchten soviel wie wir wollten

Dabei war es wichtig, dass wir jeweils mit einer Fruchtart starten und davon soviel essen, bis unser Körper anders auf die Frucht reagiert, bevor wir zur nächsten Fruchtart übergehen. Der Kursleiter Peter Dreverhoff war längere Zeit Mitarbeiter von Gay-Claude Burger in Frankreich, wo die sogenannte Insticto Rohkost angewendet wurde, um Kranke zu heilen. Ein spannender Ansatz der mir sehr gut gefällt.

  • 2 – 3 Stunden Wanderung durch die Lüneburger Heide
  • Nachmittags Massagen, Ruhezeiten etc.
  • 17 Uhr Rohkost Werkstatt wo wir viel über die Verarbeitung und Zubereitung von Rohkost gelernt haben
  • 18 Uhr Abend Essen, nun gab es ausschließlich Nüsse und Gemüse, aber so viel wie wir wollten
  • 19 Uhr noch eine Lehreinheit zum Körper, Rohkost und Erfahrungsaustausch, wie uns das Essen bekommt
  • Ab 20 Uhr basische Fußbäder auf dem Zimmer

Und den ganzen Tag über sollten wir sehr viel trinken und ich konnte am Ende wirklich kein Wasser mehr sehen.

Fast die ganze Woche ging es mir nicht so gut, ich hatte immer weniger Appetit, was für mich ein neues Phänomen war. Vom Wasser trinken wurde mir schlecht, aber ich wollte auch unbedingt alles ganz korrekt machen, um den maximalen Erfolg zu spüren.

Am letzten Abend gab es dann ein Rohkostmenü, welches auch wieder Speisen gemixt hat, und ab da ging es mir eigentlich immer besser. Das Resultat nach einer Woche, 4 kg weniger auf der Waage und ein gutes Körpergefühl, insbesondere der tägliche Sport tat mir gut, auch wenn er für meinen untrainierten Körper schmerzhaft war.

Auch zu Hause hatte ich keine Problem mich weiter ausschließlich von Rohkost zu ernähren, so lange ich nur genug gegessen hatte und immer genug Lebensmittel zur Hand hatte. Ich glaube zum Teil habe ich wirklich zu wenig gegessen, da es schwierig ist, mit Gemüse und Co auf ausreichend Kalorien zu kommen. Insbesondere teure Restaurants stellen sich saublöd an, wenn Sie einem einen großen Salat machen sollen (Grüße an das Kempinski in Berlin) – aber im Großen und Ganzen war die Aufgabe gut zu meistern.

Irgendwie bin ich dann aber auch Stück für Stück wieder von der Rohkost abgekommen, sei es wegen eines Geschäftsessens, einer Hochzeit oder anderen Vorwänden, die ich vor mir selbst gefunden habe, wieder „normal“ zu essen.

Rückbetrachtend stelle ich fest, das mir meine Rohkostzeit und das Thema für sich, das mich ja auch inhaltlich beschäftigt hat fehlt und irgendwie bilde ich mir auch ein, dass meine Stimmung zu Rohkostzeiten besser war.

Darum möchte ich bald wieder anfangen, und hoffe, dass ich es schaffe.