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Rohkost für 30 Tage?! – Ein Erfahrungsbericht

Okt 11

Im Juli 2011 habe ich es endlich geschafft einen lang gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen. Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren erkannt, wie begrenzt ich bin, sobald meine Gesundheit  mir Probleme macht. Auch wenn es nur Kleinigkeiten waren, wie ein Infekt den ich über Monate nicht los wurde, sobald mein Körper geschwächt war, war auch meine Leistungsfähigkeit geschwächt. Bereits im letzten Jahr, hatte ich durch meinen Geschäftspartner Christian Angele viel über Rohkost gelernt. Gemeinsam haben wir viele Videodokumentationen, BBC Studien und Webseiten studiert und waren überzeugt, dass eine Rohkost Ernährung das Gesündeste ist, was wir für unsere Körper tun können. Insbesondere der dokumentierte Selbstversuch von einer jungen Amerikanerin und die Dokumentation Raw for 30 days in der 6 Diabetiker ihr Insulin absetzten konnten haben mich schwer beeindruckt. Leider war die Umsetzung nicht einfach und unser Wissen wie  man es am besten anfängt begrenzt. Schnell waren wir wieder hungrig oder nicht konsequent genug.

Schon letztes Jahr, hatte ich davon gelesen, dass es von Keimling (dem Markführer im Bereich Rohkostzubhör und rohe Lebensmittel) ein Einsteigerseminar in der Lüneburger Heide gibt. Kurz entschlossen und gewillt unbedingt was für meine Gesundheit zu tun, habe ich mich zu diesem Seminar, welches sich Keimling Vital Wochen nennt, angemeldet.

Wieder mal typisch für mich, ohne vorher viel über die Konsequenzen nachzudenken, habe ich mich also auf eine Woche Rohkost in der Lüneburger Heide eingelassen und mir das Ziel gesetzt mich insgesamt 30 Tag lang komplett roh und vegan zu ernähren.

Zur Einstimmung habe ich schon an den vorherigen Tagen zwei Bücher gelesen, zum einen die Vitalrohvolution von Victoria Boutenko welches mich sehr motiviert hat, und ein neues Buch von Frederic Patenaude „Raw Food Controversies“ welches mir eher Angst gemacht hat, da er viele Jahre, so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Heute denke ich, ich kann das was ich inzwischen weiss nicht mehr vergessen, selbst wenn ich es nicht schaffe mich an das Gelernte zu halten, weiss ich es und es führt leicht dazu ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ich habe mich also den gesamten Juli roh ernährt und würde sagen, dass es mir sehr gut bekommen ist. Im Rahmen der Vital Wochen haben wir erstmal unseren Körper entgiftet, täglich haben wir morgens Heilerde zu uns genommen, und dann folgenden Tagesablauf bestritten:

  • 15 Minuten Morgengymnastik
  • 45 Minuten Nordic Walking
  • Frischmachen und Frühstück, bestehend aus Früchten soviel wie wir wollten

Dabei war es wichtig, dass wir jeweils mit einer Fruchtart starten und davon soviel essen, bis unser Körper anders auf die Frucht reagiert, bevor wir zur nächsten Fruchtart übergehen. Der Kursleiter Peter Dreverhoff war längere Zeit Mitarbeiter von Gay-Claude Burger in Frankreich, wo die sogenannte Insticto Rohkost angewendet wurde, um Kranke zu heilen. Ein spannender Ansatz der mir sehr gut gefällt.

  • 2 – 3 Stunden Wanderung durch die Lüneburger Heide
  • Nachmittags Massagen, Ruhezeiten etc.
  • 17 Uhr Rohkost Werkstatt wo wir viel über die Verarbeitung und Zubereitung von Rohkost gelernt haben
  • 18 Uhr Abend Essen, nun gab es ausschließlich Nüsse und Gemüse, aber so viel wie wir wollten
  • 19 Uhr noch eine Lehreinheit zum Körper, Rohkost und Erfahrungsaustausch, wie uns das Essen bekommt
  • Ab 20 Uhr basische Fußbäder auf dem Zimmer

Und den ganzen Tag über sollten wir sehr viel trinken und ich konnte am Ende wirklich kein Wasser mehr sehen.

Fast die ganze Woche ging es mir nicht so gut, ich hatte immer weniger Appetit, was für mich ein neues Phänomen war. Vom Wasser trinken wurde mir schlecht, aber ich wollte auch unbedingt alles ganz korrekt machen, um den maximalen Erfolg zu spüren.

Am letzten Abend gab es dann ein Rohkostmenü, welches auch wieder Speisen gemixt hat, und ab da ging es mir eigentlich immer besser. Das Resultat nach einer Woche, 4 kg weniger auf der Waage und ein gutes Körpergefühl, insbesondere der tägliche Sport tat mir gut, auch wenn er für meinen untrainierten Körper schmerzhaft war.

Auch zu Hause hatte ich keine Problem mich weiter ausschließlich von Rohkost zu ernähren, so lange ich nur genug gegessen hatte und immer genug Lebensmittel zur Hand hatte. Ich glaube zum Teil habe ich wirklich zu wenig gegessen, da es schwierig ist, mit Gemüse und Co auf ausreichend Kalorien zu kommen. Insbesondere teure Restaurants stellen sich saublöd an, wenn Sie einem einen großen Salat machen sollen (Grüße an das Kempinski in Berlin) – aber im Großen und Ganzen war die Aufgabe gut zu meistern.

Irgendwie bin ich dann aber auch Stück für Stück wieder von der Rohkost abgekommen, sei es wegen eines Geschäftsessens, einer Hochzeit oder anderen Vorwänden, die ich vor mir selbst gefunden habe, wieder „normal“ zu essen.

Rückbetrachtend stelle ich fest, das mir meine Rohkostzeit und das Thema für sich, das mich ja auch inhaltlich beschäftigt hat fehlt und irgendwie bilde ich mir auch ein, dass meine Stimmung zu Rohkostzeiten besser war.

Darum möchte ich bald wieder anfangen, und hoffe, dass ich es schaffe.

1 Comment

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  1. Knust
    Jun 29 at 20:21

    Hallo! Dein Beitrag ist zwar schon älter, aber wie geht es dir und wie ernährst du dich im Moment? Ich bin darauf gestoßen, weil ich selber gerade 30 Tage Rohkost mache, aber nach der 80/10/10 Variante.
    Ich schreibe jeden Tag einen Beitrag dazu, wie es mir dabei geht 🙂
    http://knustgoes801010.com/category/30-tage-roh/

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