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Frühstück mit Yunus

Sep 11

Es gibt Tage da rückt die Nahrungsaufnahme beim Frühstück in den Hintergrund. Es gibt EO Treffen bei denen die Tatsache, dass Unternehmer die zusammen mind. 200 Millionen € erwirtschaften im Raum sitzen zu vernachlässigen sind. Das war der Fall am letzten Samstag im August, wir hatten die Ehre mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und seinem Team zu Frühstücken.

Mit einem bescheidenen Lächeln kam er rein in den Raum einer teuren Anwaltskanzlei am Potsdamer Platz, schüttelte im vorbeigehen die Hände der Berliner Unternehmer. Weniger wie ein Politiker, mehr wie ein „Mann Gottes“ ohne die Schwere einer Kirche. Jeder der ihm die Hand schütteln durfte, fühlte sich einen Moment ein kleines bisschen wichtig und verbunden, fast freundschaftlich.

Gespannt lauschten wir seinen Ausführungen zur Gründung seines Unternehmens, seines Social Unternehmens. Wir lernen, dass der Unterschied zwischen „Charity“ wo einfach nur Geld oder Sachspenden gegeben werden und „Social Businesses“ die nachhaltig Wert stiften. Bei einem Social Business soll durchaus Geld verdient werden, dieses wird dann aber wieder in das Wachstum des Unternehmens investiert.

Jeder hat sicher schon mal von der Grameen Bank gehört, die heute an fast 8 Millionen Kunden sogenannte Mikrokredite vergibt, damit sie sich eine eigene Existenz aufbauen können. Gestartet ist Yunus allerdings noch viel einfacher, nämlich mit der Bürgschaft für Kleinstkredite, die er für Einkommensschwache übernommen hat. Ursprünglich wollten die Banken ihre Kredite nur an Männer geben, Yunus setzte sich jedoch durch, und die Kredite wurden zu gleichen Teilen an Männer und Frauen vergeben. Die Frauen wollten zunächst das Geld gar nicht haben, aber sobald sie einmal die Verantwortung übernommen hatten, konnte festgestellt werden, dass das Geld von Frauen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit zurückgezahlt wurde und gleichzeitig die Wohlfahrt der Familie gesteigert wurde.

Yunus Aufforderung: „Never listen to women“ sorgte aus dem Zusammenhang gerissen für Lacher bei uns Unternehmern – erklärt aber nur, dass die Frauen sich das Verwalten des Geldes zunächst nicht zutrauten – später aber deutlich erfolgreicher waren als die Männer. Was dazu führt, dass die Grameen Bank heute über 90 % weibliche Kreditnehmer hat.

Eine Sache die besonders passend für die Zuhörer waren, war Yunus Ansatz immer wieder nach neuen Problem in neuen „Märkten“ zu suchen und diese dann geschäftsmäßig zu lösen. Da Probleme ja bekanntlich nicht ausgehen, wird es sicher noch viele Geschäftsideen und Unternehmen aus seiner Feder geben und vielleicht sogar unter Mitwirkung einiger EO Unternehmer.

 

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